Pressestimmen 2003

Bibelschau beschäftigt rund 350 Besucher

Erschienen in: "Oschatzer Allgmeine"

Präsentation zum Aktionsjahr 2003 in Wermsdorf / Preise für Teilnehmer am Quiz

Rund 350 Besucher sahen am Wochenende in Wermsdorf eine einzigartige Ausstellung von Bibeln. Anlässlich des Jahres der Bibel hatte Buchbinderei Johst diese Austellung organisiert. Bei der Schau konnte auch eine Sammlung historischer Exemplare präsentiert werden.

Wermsdorf. Wie vielfältig und umfangreich in der Bibel gesammelte Geschichten tatsächlich sind, davon konnten sich Besucher der Ausstel­lung zum Buch der Bücher in Wermsdorf zumindest einen Eindruck verschaffen. Rund 350 Gäste nutzten am vergangenen Wochenende die Präsentation zum Jahr der Bibel in der Buchdruckerei Johst, um sich über 100 Exemplare aus der Nähe zu betrachten. Darunter waren zum Teil sehr aufwändig gestaltete alte Bücher, reich bebilderte Ausgaben, aber auch Bibeln in anderen Sprachen oder Bücher in Blindenschrift.

Schautafeln, Infomaterial und Vi­deos ergänzten die Schau in den Werkstatträumen. Während sich Er­wachsene beim Lesen und in Gesprächen in die Bibel vertieften, wurden die Kinder in der Zwischenzeit von Helfern freundlich beim Basteln oder Spielen betreut. Für ein kleines Konzert vor der Buchbinderei sorgte der Wermsdorfer Posaunenchor, der am Sonntagvormittag spielte.

„Ich war positiv überrascht von der Resonanz und hoffe, dass die Ausstellung einigen Leuten das Buch der Bücher näher gebracht hat", sagte Firmeninhaber Thomas Johst von der gleichnamigen Buchbinderei. „Wir wollen uns bei allen bedanken, die uns bei der Ausstellung unterstützt haben", fügte er hinzu.

Mittlerweile ist auch das Bibelquiz ausgewertet worden. Die Preisträger vom Wochenende können ihre Gewinne ab sofort in der Buchbinderei im Wermsdorfer Fasanenweg abholen. Gewonnen haben: Frau Nürbchen, Lukas Münz, Carolin Badtke,Alexander Hau, Judith Rendler, Peter Gärtner und Familie Klein.


Von J. B.


 

Wermsdorfer bereitet Ausstellung zum Jahr der Bibel vor

Erschienen in: "Oschatzer Allgmeine"

Bibel-Schau und Bausteine in Buchbinderei
Über 100 Exemplare vom 17. Jahrhundert bis heute in Wermsdorfer Präsentation / Angebot für Familien und alle Altersgruppen

Der Wermsdorfer Buchbinder Thomas Johst bereitet derzeit eine Ausstellung zum Jahr der Bibel vor. Neben diesen zwei großen Exemplaren aus dem frühen 18. Jahrhundert werden ungefähr 100 weitere Bücher präsentiert. Die Schau an diesem Wochenende soll ein Ereignis für die ganze Familie werden. Inder Buchbinderei werden deshalb für die Jüngsten Betreuungsangebote, für ältere Kinder Bastelarbeiten organisiert. Zur Ausstellung gehört neben Büchern aus dem 17. Jahrhundert und neueren Erscheinungen auch die kleinste Bibel der Welt.

Wermsdorf. Die kleinste Bibel der Welt wird am Wochenende in Wermsdorf ausgestellt. 1245 Seiten sind für das rekordverdächtige Minibuch als Mikrofilm auf einem Stück Plastik erfasst, das kleiner als eine Kreditkarte ist. Dieses und mehr als 100 weitere Exemplare aus mehreren Epochen und in ganz unterschiedlichen Größen sind an diesem Wochenende im Rahmen ei­ner Bibelausstellung in der Buch­binderei Johst in Wermsdorf zu be­wundern.

„Die Bibel war schließlich das erste Buch, das gebunden wurde. Außerdem ist gerade das Jahr der Bibel. Dem Buch der Bücher hier eine Ausstellung zu widmen, bietet sich an", so Thomas Johst über die Idee für die Präsentation. Unter den Ausstellungsexemplaren wird auch eine Kurfürstenbibel aus dem Jahr 1736 sein, die Johst bereits vor zwölf Jah­ren repariert hat. Für den Buchbinder und praktizierenden Christen war dies ein besonderer Auftrag. „Arbeitstechnisch ist es kein Unterschied, ob eine Bibel oder ein anderes Buch neu gebunden wird", sagt er und fügt hinzu: „Aber ich denke schon darüber nach, welche Geschichte so ein Buch hat, wer das wohl in der Hand hielt und wie viel darin gelesen wurde." So seien ihm alte und deutlich kaputte Bibeln am liebsten, denn „man sieht, da hat jemand mit dem Buch gelebt", so Thomas Johst.

Die Bücher, die am Wochenende in Wermsdorf ausgestellt werden, sind Leihgaben der Theologischen Hochschule Friedensau. Darunter werden Betrachter ein Neues Testament aus dem Jahr 1664 sowie eine komplette Lutherbibel von 1686 finden. Aber auch Werke neueren Datums sollen gezeigt werden, darunter auch in Syrisch, Lettisch oder in russischer Sprache. Mit getragen wird die Ausstellung von den Kirchen im Ort. So sind Vertreter der Evangelischen und katholischen Gemeinde in der Buchbinderei, um Fragen zur Bibel zu beantworten. Außerdem ist ein Quiz zum weltweit meistgelesenen Buch geplant. Und die Besucher sollen die Möglichkeit haben, einem Fachmann beim Reparieren einer alten Bibel über die Schulter zu schauen. Ergänzt wird die Präsentation mit kur­zen Videos und Schautafeln.

Eingeladen dazu sind Menschen je­den Alters. „Wir wollen das Wochen­ende familienfreundlich gestalten, es wird eine Kinderbetreuung und Spielmöglichkeiten für die Jüngsten, Basteln zum Muttertag für die älteren Kinder geben", betont Thomas Johst. Dabei soll immer der Bezug zum Buch der Bücher hergestellt werden. „Ich stelle mir das zum Beispiel so vor, dass den Kleinen Ge­schichten wie der Turmbau zu Babel erzählt werden und sie dann mit Bauklötzen selber loslegen", be­schreibt Johst.

Sein Wunsch: Gerade zum Jahr der Bibel sollten sich die Menschen wie­der mehr mit dem ältesten Buch der Welt beschäftigen und darin lesen. „Dabei gibt es so viel Interessantes zu entdecken – für jeden. Die Bibel beinhaltet ja eigentlich eine ganze Bibliothek", findet der Wermsdorfer. In der Ausstellung wird deshalb über vielerlei Wege auf die Bibel verwiesen. So werden zum Beispiel auch heute gebräuchliche Redensarten zitiert, die ihren Ursprung im Alten und Neuen Testament haben.


Von Jana Brechlin

 

 

Repräsentative Mappen und Kalender

Erschienen in: "Bindereport"

Buchbinderei Thomas Johst GmbH: innovativ mit Stanz- und Wire-O-Aufträgen

Häufiger wird die berufliche Tätigkeit in den kleineren Betrieben unserer Branche unmittelbar vom Familien­leben bestimmt. Wenn die vorherige Generation schon die „Schwarze Kunst" ausübte, kann der berufliche Weg der Kinder vorgezeichnet sein. Genau so verlief es im Fall der Familie Johst: Noch 1994 war Dieter Johst mit seiner Buchbinderei in Leipzig selbständig tätig, als Sohn Thomas am gleichen Ort seine eigene Firma gründete.

Dabei entwickelte sich die Bindung zu einem Kunden, einem grafischen Dienstleister für Philatelie-Sortimentsartikel in Wermsdorf südöstlich von Leipzig, hinsichtlich des Auftragsvolumens immer mehr. „Aufgrund dieser Kooperation wurden die Erzeugnisse hin und her gefahren. Um diesen Kosten- und Zeitaufwand zu verringern, wurden schließlich Räumlichkeiten in Wermsdorf gemietet", erinnert sich Thomas Johst.

Kooperation war Startchance für die Existenzgründer

„Diesen hoffnungsvollen Einstieg haben wir als Startchance in die eigene Existenz genutzt", resümiert der Geschäftsführer. „Anfangs war es schwierig, Kreditgeber zu finden, denn wir konnten keine Sicherheiten vorweisen." Trotzdem fand sich dann eine große Bank, die das Geschäftskonzept finanziell mittrug. Angefangen hatte der junge Buchbindermeister als „Einzelkämpfer" und zuerst eine Rückstich-Broschurenstrecke, einen halbautomatischen Klebebinder, eine Falzmaschine, einen Stanztiegel und eine Schneidemaschine erworben.

Noch bis Mitte 1995 führte Dieter Johst seine Firma in Leipzig weiter, bis es als sinnvoll erachtet wurde, alle Kräfte zu bündeln und die Kunden von Wermsdorf aus zu bedienen. Und so entschied man sich 1999 für einen Neubau in der Collmregion, der zum Jahreswechsel 1999/2000 bezogen wurde. Damit konnte der Kundenkreis auf den Großraum Leipzig, später auch auf die Ballungsgebiete Chemnitz und Dresden ausgedehnt werden.

Aufgrund rückläufiger Falz- und Rückstich-Aufträge wurde vermieden, zusätzliche Ausrüstungen zu installieren und damit Überkapazitäten zu schaffen. Stattdessen konzentrierte sich das Team der Buchbinderei auf die Ausführung anspruchsvoller Präge- und Stanzarbeiten, z. B. für repräsentative Mappen. Das Personal „wuchs" dafür mit: Neben den drei Meistern gehören inzwischen auch drei Gesellen zum Team. „Weitere unserer heute 17 Mitar­beiter haben wir in den vergangenen Jahren angelernt und umgeschult", berichtet Thomas Johst. „Sie sind mit der Firma gewachsen und haben einen sehr guten praktischen Ausbildungsstand erreicht."

Kalender entsprechen heute 50 Prozent des Umsatzes

Angesichts immer kleinerer Auflagen in dem für die Buchbinderei Thomas Johst GmbH interessanten Broschurenbereich entstand ein neuer Geschäftsbereich: die Herstellung von Kalendern. Einerseits werden drahtgeheftete Kalender – mit Klapp- und Kompaktfälzel, andererseits werden Kalender mit Wire-O-Bindung produziert. Infolge des größeren Bedarfs wurde das maximal verarbeitbare Format der Renz-Bindetechnik auf eine Bindebreite von 70 Zentimetern erweitert. Angeboten wird die quadratische Lochung von 4,5 mm x 4,5 mm.

Indessen ist der Betrieb in der zweiten Jahreshälfte mit diesem Produkt, dessen Anteil am Umsatz ständig gestiegen ist, weitgehend ausgelastet; in Spitzenzeiten wird zwei- bis dreischichtig gearbeitet. Dabei bewegen sich die Auflagen zwischen 500 und 60 000, und das Team der Buchbinderei kann somit als Dienstleister für kleine private als auch für größere (Konzern-) Druckereien höchste Flexibilität beweisen.

Das trifft nicht nur auf die Ausstattungsvarianten der Kalender zu, wenn z. B. gestanzte Passepartouts (Zwischenblätter) zwischen den Monatsblättern eingelegt werden. Übrigens hat die Buchbinderei bereits zum zweiten Male einen eigenen Kalender für Kunden kreiert: Nach dem zum „Open house" 2001 herausgegebenen Kalender mit Motiven der japanischen Papierfaltkunst Origami ist ein neuer für das Jahr 2003 mit Skulpturen eines Glaubitzer Papierkünstlers erschienen.

Werkzeuge für die Mappenproduktion entwickelt

Damit künftig teilweise Einfluss auf die Gestaltung und Verarbeitung genom­men werden kann, wagt Thomas Johst hinsichtlich der Herstellung repräsentativer Mappen einen eigenen Vorstoß. Etwa drei Jahre lang nutzte er in der Produktion den Stanzautomaten TS 74 der in Dresden ansässigen Polygraph KAMA GmbH. Bei der Entwicklung eines Präge-Zusatzaggregats leistete er für die Modifizierung der Stanzmaschi­ne seinen eigenen Beitrag. Der Prototyp wurde in Wermsdorf installiert. Ziel dieses Probelaufs ist es, die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass eine neue Variantenvielfalt bei der Veredelung von Druckerzeugnissen mit Heißfolien-, Blind- oder Reliefprägung erreicht wird.

Inzwischen wurden in der Buchbinderei eigene Werkzeuge für etliche Ausstattungsvarianten von Mappen entwickelt, die mit individuellen Stanzungen, Prägungen und Schlitzperforationen größtmöglichen Gestaltungsfreiraum für Kreative zulassen. Innerhalb einer Marketingaktion will Thomas Johst in der ersten Jahreshälfte 2003 mehrere Werbeagenturen ansprechen, um die Grafikdesigner zu überzeugen, dass der Kunde unter dieser Auswahl fündig werden und (Werkzeug-) Kosten sparen kann.

(Ordner-) Register liegen bei über 30 Prozent des Umsatzes

Inzwischen lässt sich der reale Anteil jedes Verfahrens bei einem verschiede­ne Arbeitsgänge durchlaufenden Auf­trag längst nicht mehr eindeutig zuord­nen, wie Thomas Johst feststellt. Einige Druckereien in Sachsen haben gerade diese Flexibilität und Leistungsfähig­keit des qualifizierten Weiterverarbei-ters kennen und schätzen gelernt.

„Manche Produkte werden gestanzt, zusätzlich mit Visitenkarten-, CD- oder Dreieckstasche versehen, aber auch geprägt und danach konfektioniert", spricht er aus der Praxis. Durch die Präsenz eigener Buchbindereiabteilungen in Druckereien haben die klassischen Zusammentrag-, Falz- und Rückstich­ oder Klebebinde-Aufträge deutlich an Umfang abgenommen. Als Ausgleich wurde der Bereich Loseblattsammlung und individuelle Ordnerregisterproduktion ausgebaut.

Daneben wurde der unter Leitung von Dieter Johst stehende Bereich Sortimentsbuchbinderei erhalten. Hier werden kleinere Auflagen von Vordruck-, Formular-, Werkstatt- und Operationsbüchern, Belletristik-Editionen, ebenso Diplom- und Dissertationsarbeiten gebunden sowie Buchreparaturen erledigt.

Die Qualität darf nicht gegenüber dem Termin abfallen

Absoluten Vorrang bei jedem Auftrag hat für Thomas Johst die Qualität, gefolgt vom Termin und vom Preis. „Eine ordentliche Qualität braucht ihre Zeit", verteidigt er seine Maxime. „Würde ich versuchen, mir über den Preis jede Menge an Aufträgen heran zu holen, fehlt mir irgendwann die Zeit, um die Termine zu halten, und die Qualität leidet." Deshalb führt er lieber mal einen Auftrag weniger aus, aber Qualität und Termine stimmen, damit der Kunde zufrieden ist und keinen Grund zur Reklamation findet.

„Fehler kann man auch bei uns nicht ausschließen. Aber bei höherem Zeitdruck passieren mehr." Kennzeichnend für den Letzten in der grafischen Produktionskette: „Vielfach werden uns knappe Termine gesetzt", beklagt er das alte Buchbinder-Problem. Doch beim Preis geht er nicht bis ans unterste Limit. „Denn welche Qualität kann der Kunde bekommen, wenn mein Wettbewerber mit vergleichbarer Technik 20 Prozent günstiger anbietet?" Einen Erfahrungsaustausch zu solchen Fragen aus der Praxis nutzt Thomas Johst bei dem in der Leipziger Niederlassung der Heidelberger Druckmaschinen AG organisierten Buchbinder-Stammtisch, um Anregungen für die Zukunft mit nach Hause zu nehmen. Hinsichtlich der Überlegungen, als Unternehmen ohne Druckkapazität eigene Geschäftsbereiche zu erschließen, befindet sich die Buchbinderei als Dienstleister für Druckereien und künftig als Ideengeber für Werbeagenturen sicher auf dem richtigen Weg.


Von Frank Baier

 

 

Eine Buchbinderei mit klaren Zielen

Erschienen in: "Grafische Palette"

MAN Leipzig installiert bei JOHST in Wermsdorf weitere Theisen & Bonitz-Broschürenstraße

Das Buchbinden in seiner heutigen Form ist das Ergebnis einer etwa 1500jährigen Entwicklung, deren Werten und Qualitätsansprüchen sich die Buchbinderei Thomas Johst im Besonderen verpflichtet sieht. Deshalb sind die Ansprüche auch an Weiter­verarbeitungs-Maschinen im Hause Johst sehr hoch gesteckt. Begonnen hat alles zehn Jahre vor der großen Wende. Vater Dieter Johst, gelernter Buchbinder und Buchbindemeister, machte sich unter dem DDR-Regime selbstständig. Er übernahm einen klassischen Buchbinderei-Betrieb in Leipzig, der sich in der Hauptsache mit dem traditionell handwerklichen Binden, Reparieren und Restaurieren von Bucheinbänden beschäftigte. Zu seinen Kunden zählten vorwiegend Bibliotheken.

Im Bereich der Heißfolienprägungen kam dann noch eine große Anzahl von Privatkunden hinzu. Neben den Bucheinbänden war zu dieser Zeit auch das Einbinden von Fachzeitschriften und Tageszeitungen, heute noch von Sohn Thomas gepflegt, ein beachtliches Tätigkeitsfeld.

Zuerst kam Stillstand

Nach der Wende kam zunächst der große Stillstand. Keiner wusste so recht, wie die Ent­wicklung weitergehen würde, wohin man sich orientieren sollte. So hielt sich Dieter Johst zunächst mit der Produktion von „Zuckertüten" über Wasser. Sohn Thomas Johst, der 1986 bei seinem Vater die Ausbildung zum Buchbinder begonnen hatte, wechselte in dieser Zeit zunächst zu einer großen Indu­striebuchbinderei nach Essen. Ein halbes Jahr später kehrte er jedoch – um einige Erfahrungen reicher – wieder in den elter­lichen Betrieb nach Leipzig zurück und arbeitete dort bis 1994 aktiv mit.

Der Weg zum eigenen Unternehmen

1994 gründete Thomas Johst sein eigenes Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH. Vater Dieter Johsts Betrieb blieb unberührt davon eine eigenständige Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR).

Thomas Johst setzte verstärkt auf aufkommende Dienstleistung mit höherer Automatisierung und intelligenten Maschinenlösungen, während sein Vater es vorzog, dem traditionellen Buchbinder-Handwerk die Treue zu halten. So bewahrte sich der Vater seinen Kundenstamm, während sich der Sohn einen eigenen aufbaute. Erfolgswille, Fleiß und hohe Dienstleistungsbereitschaft legten schnell den Grundstock für einen soliden Firmenaufbau.

Nur kurze Zeit nach seiner Firmengründung zog es Thomas Johst von Leipzig weg nach Wermsdorf. Wermsdorf ist zwar auf den ersten Blick kein zen­traler Wirtschaftsstandort, aber wenn es um die Verarbeitung von Druckerzeugnissen geht, kommt es darauf nicht als erstes an. Ausschlaggebend ist viel­mehr die Nähe zum Kunden.

Wichtige Weichenstellungen

1996 war das Jahr der wichtigen Weichenstellungen für den noch jungen Betrieb. Mit einer Stielow Horizon-Turmanlage mit angeschlossener Broschürenher­stellung und einem Heft-Falz-Schneidaggregat, ergänzt durch einen Horizon-Klebebinder, ebenfalls von Stielow, ging Thomas Johst in gemieteten Räumen an den Start. Auf diesem System wurden die ersten SD-Sätze maschinell zusammengetragen und Rückstichbroschüren in höheren Auflagen produziert. Ein Stanzautomat und Stanztiegel sowie ein Stoppzylinder erweiterten Zug um Zug den Maschinenpark für ein erweitertes Dienstleistungsangebot des Hauses Johst. Das Produktionsspektrum wuchs mit den Kundenanforderungen. 1997 bestand Thomas Johst zudem seine Prüfung als Buchbindermeister.

Bereits 1999, nur drei Jahre nach Gründung der Buchbinder Johst, begann im Industriegebiet von Wermsdorf der Bau einer eigener Produktionsstätte mit 450 qm auf einem 2000 qm-Grundstück. Gleichzeitig begannen die Vorbereitungen für die Zusammenführung der bisher getrennt arbeitenden Unternehmen von Vater und Sohn im Jahr 2000 im eigenen Firmengebäude. Dort werden die Leipziger Kunden auch heute noch ausschließlich vom Vater betreut.

Neue Geschäftsfelder im Visier

Mit dem inzwischen gewachsenen Maschinenpark und den Nischenangeboten wie Prägen, Konfektionieren oder der Sortimentsbuchbinderei für Buchproduktion in Klein- und Kleinstauflagen, Buchreparaturen und Restaurationen stieg auch die Nachfrage bei der Broschürenfertigung. Zudem kamen verstärkte Nachfragen im Bereich der Kalenderproduktion hinzu.

Das brachte Thomas Johst auf den Gedanken, diesen Geschäftszweig mit moderner Maschinentechnik weiter auszubauen. So nutzte er die Drupa 2000, um sich nach geeigneten Maschinen umzusehen. Dabei unterstützte ihn Thomas Müller von MAN Roland Leipzig. Sehr schnell erwies sich das Theisen & Bonitz-Modell tb-sprint als das vorteilhafteste für Johsts Wün­sche: schnell, flexibel und zu­verlässig. So wurde diese Anlage für die Anschaffung ins Auge gefasst.

Zunächst musste aber ein neues räumliches Problem gelöst werden. Die gerade erst gebauten und vom Platz her bereits ausgelasteten Produktionsräume ließen die Installation einer Anlage von der Größe der tb-sprint nicht mehr zu. Johst entschloss sich also kurzerhand zum Ausbau der bestehenden Produktionsfläche um weitere 100 qm Nutzfläche. Mit der Fertigstellung des Anbaus konnte dann gleich die 15 Stationen tb-sprint von Theisen & Bonitz geliefert werden. Installiert und in Betrieb genommen wurde sie von der Vertretung MAN Roland Leipzig.

Kalender und Broschüren

Für die Kalenderproduktion vor­gesehen, aber gleich mit einer Heft-Falz-Schneidstraße aus­gestattet, konnte die tb-Anlage die Kalenderfertigung und die Broschürenherstellung bestens bedienen. Niemand hatte jedoch damit gerechnet, dass die Kalenderproduktion bei Johst so stark zunehmen würde, dass bereits 15 Monate später der Einsatz einer zweiten Zusammentraganlage erwogen werden musste, um die Produktion von Kalendern und Broschüren auf getrennten Anlagen fahren zu können. Denn die Kalender hatten Broschüren-Aufträge nach sich gezogen, und auch die Broschüren hatten den einen oder anderen Kalenderauftrag mit sich gebracht. Zudem hatte sich inzwischen auch die zuverlässige Arbeitsweise der Buchbin­derei herumgesprochen. So kamen immer mehr Anfragen von Agenturen und Druckereibetrieben aus dem gesamten Umland ins Haus.

Alles sprach für Theisen & Bonitz

Durch die positiven Erfahrungen der letzten 15 Monate mit dem Theisen & Bonitz-Produkt sowie mit der guten Betreuung durch MAN Roland Leipzig war es dann für die Familie Johst sofort beschlossene Sache, auch die zweite tb-Anlage bei Thomas Müller von MAN Roland Leipzig zu bestellen.

Ergänzend zur bereits eingesetzten tb-sprint im Format 35x50 cm bot es sich an, die zweite Maschine auf das Format 50x70 cm auszulegen, um in der Broschürenherstellung noch flexibler zu sein. Mit diesen beiden Formatvarianten hat Johst jedenfalls kein Problem, die an ihn und sein Unternehmen gestellten Anforderungen schnell und vor allem in hoher Qualität zu erfüllen. Kurze Lieferzeiten ohne Qualitätsverluste lassen sich eben nur mit Systemen realisieren, die technisch ausgereift sind und im Handling exakt auf die Erfüllung der Kundenwünsche hinsichtlich kurzen Produktionszeiten auf hohem Qualitätsniveau ausgelegt sind. Dass auch diese Maschine weitere Aufträge und vor allem neue Aufgabenstellungen ins Hause bringt, dessen ist Johst sehr sicher.

Gemeinsam wachsen

Dass die beträchtlichen Investitionen in relativ kurzer Zeit auch unter Finanzierungsaspekten überschaubar bleiben, untersteht in dem zukunftsorientierten Unternehmen in Wermsdorf der Verantwortung von Clara Johst, Ehefrau von Thomas Johst. Als gelernte Bankkauffrau unterstützt sie ihrem Mann im Büro und erzieht zudem die beiden gemeinsamen Kinder. Eine tolle Leistung, die einmal mehr den Unternehmergeist der vielen und für die Branche so wichtigen mittelständischen Unternehmen unter Beweis stellt. Immerhin trägt Thomas Johst inzwischen die Verantwortung für Lohn und Brot von insgesamt zehn Mitarbeitern. Und wenn es nach den Plänen und Vorstellungen des dynamischen Unternehmers geht, wird es bei dieser Mitarbeiterzahl nicht bleiben, schlechte Zeiten hin, schlechte Zeiten her…

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