Pressestimmen 2007

Kreativ und abwechslungsreich

Erschienen in: "Oschatzer Allgemeine"

Junggesellinnen aus der Buchbinderei Johst gehören zu Sachsens Besten

Wermsdorf. Die Buchbinderei ist ein echtes historisches Handwerk. Bereits vor Jahrhunderten war es die Aufgabe von Mönchen, Bücher in die richtige Form zu bringen. Auch in heutiger Zeit ist dieser Beruf noch sehr gefragt. Zwei der besten Gesellinnen Sachsens arbeiten in der Wermsdorfer Buchbinderei Johst.

„Ich habe das Berufsbild Buchbinder so vorher gar nicht gekannt“, sagt Annegret Scheller. Die Liptitzerin arbeitet nach dem Ende ihrer Ausbildung in der Wermsdorfer Buchbinderei. Dort lernte sie alles über die Herstellung und Reparatur von Büchern, Broschüren oder Prägearbeiten. Ihr Gesellenstück war ein Halbpergamentband mit Kasten, mit dem sie sogar als Jahrgangsbeste aller Auszubildenden von der Handwerkskammer zu Leipzig ausgezeichnet wurde. Auch Anke Hanusch beendete ihre Lehrzeit im letzten Jahr. Sie wurde über die Industrie- und Handelskammer an der Deutschen Bücherei ausgebildet. Auch sie glänzte mit ausgezeichneten Noten, war sogar noch etwas besser.

Die Entscheidung zur Ausbildung in diesem traditionsreichen Beruf haben beide nicht bereut. „Man kann kreativ sein und man macht an jedem Tag etwas anderes“, sagt Annegret ScheUer. Das sieht ihre Kollegin Anke Hanusch ganz genau so. „Es ist einfach sehr. sehr abwechslungsreich.“ Beide arbeiten jetzt als „Junggesellinnen“ im Wermsdorfer Betrieb.

Seit 1994 gibt es die Firma. „Wir sind eigentlich die Nachfolger einer alten eingesessenen Leipziger Buchbinderei. Wir haben aber schon lange mit dem Deutschen Philatelieservice zusammengearbeitet auch deswegen ist unser Sitz in Wermsdorf“, sagt der Geschäftsführer Thomas Johst. Sowohl in der Sortimentsbuchbinder als auch in der Druckweiterverarbeitung ist Johst zu Hause. „Wir kommen aber eher von der alten, handwerklichen Schiene und können deshalb fast jeden Kundenwunsch erfüllen. Es würden eben nicht nur Postwurfsendungen bearbeitet, auch ganz besondere Anliegen von Kunden könnten in jedem Fall von den Wermsdorfern erfüllt werden. Insgesamt stehe die Beratung der Kunden im Mittelpunkt.

Einen echten Höhepunkt in der noch sehr jungen Firmengeschichte bildet die Wiederherstellung einer Antiquität. „Wir haben vor ungefähr zehn Jahren eine Bibel aus dem 17.Jahrhundert repariert. Wir haben dabei gearbeitet wie die Mönche in früherer Zeit und das Buch auseinander genommen und Schritt für Schritt wieder zusammengesetzt. Das war schon eine sehr interessante Arbeit“, beschreibt Johst.

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