Pressestimmen 2009

Eine 28 Meter lange Investition

Erschienen in: "Oschatzer Allgemeine"

Wermsdorfer Buchbinderei Johst mit neuer Anlage auf dem Weg in die Zukunft

Wermsdorf. Während große Banken und Unternehmen jetzt auf mehrere Milliarden-Euro-Unterstützung vom Bund zum Überleben angewiesen sind, gibt es mittelständische Firmen, die seit Jahren aus eigener Kraft auf dem Markt bestehen. Dazu gehört die Buchbinderei Johst in Wermsdorf mit ihren 15 Mitarbeitern. Der Betrieb hat eine Investition getätigt, und schon steht fest: Die Entscheidung für die neue Maschine – die Klebebindeanlage Eurobind 4000 – ist genau zum richtigen Zeitpunkt gefallen.

Thomas Johst zeigt einige Broschüren, die bereits auf der neuen Anlage produziert wurden. Er erklärt, was das Besondere an der Verarbeitung ist. Zum Beispiel, dass das Heft so geklebt ist, dass es aufgeschlagen nicht von allein wieder zufällt und dass der geklebte Rücken eine noch höhere Qualität aufweist. „Unsere Kunden definieren uns über die Termintreue, die Qualität und den Preis“, ist sich Thomas Johst sicher. Und damit das so bleibt, suche das Team stets nach Nischen, schließlich müsse auch er damit leben, dass Aufträge und Kunden wegfallen, „was nicht zuletzt auch der Subventionspolitik geschuldet ist“.

Mit der neuen Maschine komme er Kundenwünschen nach, so Johst. Mit dieser Investition werde das Produktprofil um eine neue Klebetechnologie (PUR-Technologie) erweitert. Außerdem ist es möglich, größere Papier-Formate zu schneiden und zu falzen, und zwar von bisher 50 mal 70 Zentimeter Bogenformat auf 70 mal 100 Zentimeter. Die Anlage trägt die Falzbogen zusammen, bearbeitet den Rücken und beleimt ihn. Dann wird der Umschlag um den Inhalt gelegt. „Die Broschüren werden über eine 70 Meter lange Trockenstrecke zum Drei-Seitenschneider transportiert und dort beschnitten“, beschreibt Thomas Johst den Weg bis zum fertigen Produkt. Übrigens „spuckt“ die Maschine, die in Leipzig hergestellt wurde und bisher in Sachsen einmalig ist, bis zu 4000 Stück Broschüren in der Stunde aus. So können Aufträge in kürzester Zeit erledigt werden. Selbstredend wurden Mitarbeiter dafür weitergebildet. Insgesamt verspricht sich Thomas Johst einen positiven Effekt. „Der Tag der offenen Tür für die Branche Ende Januar, zu dem über 100 Gäste nach Wermsdorf gekommen waren, hat uns Mut gemacht“.

Hintergrund

  • Die Buchbinderei Thomas Johst GmbH ist aus dem väterlichen Betrieb „Handwerkliche Buchbinderei Dieter Johst“ hervorgegangen.
  • Im Juni 1994 wurde der Geschäftsbetrieb in Wermsdorf mit zwei Mitarbeitern aufgenommen.
  • Heute ist die Buchbinderei Thomas Johst GmbH Partner vieler Druckereien aus dem Raum Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch überregionaler Kunden.
  • Derzeit sind im Betrieb 15 Mitarbeiter beschäftigt.
  • Leistungen: Klebebinden, Wire-O-Binden, Drahtrückstichheften, Prägen, Stanzen, Falzen, Zusammentragen, Konfektionieren, Sortimentsbuchbinderei, Buchreparaturen, Fachzeitschriften, Diplomarbeiten, Register, Kalender, Broschüren, Blöcke und Flyer.

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